Nachhaltig bauen mit Holz
Vor dem Hintergrund der wachsenden deutsch-lettischen Zusammenarbeit im nachhaltigen Bauen fand am 15. Januar 2026 der gemeinsame Neujahrsempfang mit der KOALITION für HOLZBAU in der Botschaft der Republik Lettland in Berlin statt. Die bundesweite Initiative engagiert sich für klimaneutralen Holzbau sowie für verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen. Der Abend bot eine hochkarätig besetzte Plattform für den Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Wirtschaft aus Lettland und Deutschland.

Lettlands Wälder als Grundlage für Wertschöpfung und Export
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Waldfläche in Lettland kontinuierlich gewachsen. Diese Entwicklung bildet eine verlässliche Grundlage für eine wettbewerbsfähige Holzindustrie und eine zunehmend bedeutende Bioökonomie, die auf konsequent nachhaltiger Forstwirtschaft basiert. Deutschland zählt zu den wichtigsten Exportpartnern Lettlands, insbesondere für Holzprodukte mit hoher Wertschöpfung im Bereich des Holz- und Modulbaus.

Ein anschauliches Beispiel für diese Zusammenarbeit ist das lettische Unternehmen Nordic Homes: Seit dem Markteintritt in Deutschland im Jahr 2023 wurden dort bereits über 4.500 m² Bruttogrundfläche hochwertiger modularer Gebäude realisiert. Weitere mehr als 10.000 m² sind für die Jahre 2026–2027 vertraglich gesichert.
Digitalisierung als Standort- und Wettbewerbsfaktor
Ein zentrales Thema des Abends war die Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsprozessen. Lettland gilt in diesem Bereich als Vorreiter: Der Bau- und Genehmigungsprozess ist vollständig digitalisiert und transparent ausgestaltet. Diese Erfahrungen stellte Baiba Vītoliņa vom Staatlichen Bauaufsichts- und Kontrollbüro Lettlands vor.

Auf deutscher Seite erläuterte Ina-Maria Ulbrich, Staatssekretärin im Ministerium für Inneres, Bau und Digitalisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, den aktuellen Stand der Digitalen Bauakte, die bereits in 13 Bundesländern im Einsatz ist, sowie laufende Arbeiten zur KI-gestützten Optimierung von Genehmigungsprozessen.

Hochrangige Beteiligung und praxisnahe Perspektiven
Eröffnet wurde der Abend von Alda Vanaga, Botschafterin der Republik Lettland in Deutschland. Sie unterstrich die strategische Bedeutung der deutsch-lettischen Zusammenarbeit, insbesondere in den Bereichen nachhaltiges Bauen, Holzbau und Digitalisierung.

Armands Krauze, Landwirtschaftsminister der Republik Lettland, hob die Rolle der nachhaltigen Forstwirtschaft und der Holzexporte für die wirtschaftliche Entwicklung Lettlands hervor. Kaspars Senvalds von Nordic Homes gab praxisnahe Einblicke in industrielle Produktionsprozesse im modularen Holzbau. Lorenz Nagel, Sprecher der KOALITION für HOLZBAU, betonte die Bedeutung politischer Steuerungsfähigkeit sowie die Notwendigkeit, regulatorische Rahmenbedingungen stärker an den Realitäten der Bauwirtschaft auszurichten.

Impulse für eine gemeinsame Bauzukunft
Der volle Saal und der konstruktive, fachlich fundierte Austausch machten deutlich, welches Potenzial in der gemeinsamen Gestaltung einer digitalen und nachhaltigen Bauzukunft liegt. Die Veranstaltung zeigte, wie Lettland und Deutschland durch Wissensaustausch, konkrete Projekte und enge Partnerschaften zur Transformation des Bauens beitragen und zugleich neue Perspektiven für wirtschaftliche Zusammenarbeit eröffnen.
About article
Autor
Ilze Upatniece
Datum der Veröffentlichung
January 19, 2026
Standort
Berlin, Germany
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