Lettische Unternehmen suchen Partner in der deutschen Verteidigungsindustrie – von Drohnen bis Elektronik

Lettische Unternehmen aus den Bereichen Verteidigung und Dual-Use-Technologien haben in Berlin ihre Technologien und Produktionskapazitäten vorgestellt. Im Mittelpunkt der von der LIAA organisierten Delegationsreise standen neue Geschäftskontakte, deutsche und europäische Lieferketten sowie gemeinsame Technologieentwicklung und Produktion.

Das Programm unter Leitung des lettischen Wirtschaftsministers Viktors Valainis begann am 16. September mit einer Veranstaltung zur Zusammenarbeit zwischen der lettischen und deutschen Verteidigungsindustrie, die gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) organisiert wurde.

„Die industrielle Zusammenarbeit zwischen Lettland und Deutschland wird immer enger. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen Lettlands Warenexporte nach Deutschland um 10 %, während die Exporte von Maschinen, Geräten und elektrischen Ausrüstungen um 34,3 Millionen Euro zunahmen. Lettische Unternehmen können bereits Elektronikkomponenten, unbemannte Systeme, Militärfahrzeuge und andere Lösungen für die europäische Verteidigungsindustrie liefern. Jetzt ist es wichtig, diese Unternehmen noch stärker in deutsche und europäische Lieferketten sowie in gemeinsame Produktionsprojekte einzubinden“, sagte Wirtsshaftsminister Viktors Valainis.
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Bei Gesprächen mit Vertretern des BDSV, deutschen Verteidigungsunternehmen und dem Bundesministerium der Verteidigung ging es um Branchenprioritäten, geplante Beschaffungen und konkrete Kooperationsmöglichkeiten.

Direkter Austausch mit der deutschen Verteidigungsindustrie

In einer Fachveranstaltung präsentierten Rheinmetall, HENSOLDT, Rohde & Schwarz und Quantum Systems ihre Kompetenzen und Kooperationsmöglichkeiten. Im Fokus standen der Ausbau der Verteidigungsproduktion und der Lieferketten sowie Technologien für Sensorik, elektronische Sicherheit, Anti-Drohnen-Technologien, sichere Kommunikation und autonome Systeme.

"Als Botschafterin ist Sicherheit für mich eine der wichtigsten Prioritäten in den Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland. Wir arbeiten sowohl bilateral als auch als Partner in NATO und EU zusammen. Deutschland gehört zu den weltweit führenden Ländern der Verteidigungsindustrie, und Lettland hat gute Möglichkeiten, die Zusammenarbeit mit der deutschen Verteidigungsindustrie weiter auszubauen.

Wir verfügen über qualifizierte Fachkräfte sowie innovative Unternehmen, die sich flexibel an die sich verändernden Bedingungen der Branche anpassen können. Vertrauen und enge professionelle Kontakte sind die Grundlage einer solchen langfristigen Zusammenarbeit. Die Botschaft wird lettische Unternehmen auch weiterhin aktiv unterstützen – beim Aufbau neuer Kontakte, bei der Etablierung auf dem deutschen Markt und auf dem Weg in die europäischen Lieferketten der Verteidigungsindustrie“, sagte die lettische Botschafterin in Deutschland, Ilze Rūse.
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Drohnen und autonome Systeme im Fokus

Am 17. September trafen sich lettische und deutsche Unternehmen, Branchenverbände sowie Vertreter des öffentlichen Sektors in Berlin zu einer Gesprächsrunde über Drohnen, Drohnenabwehr und autonome Systeme. Weitere Themen waren Robotik, künstliche Intelligenz, sichere Kommunikation, Elektronik und resiliente Verteidigungs-Lieferketten.

Die Veranstaltung wurde von der LIAA gemeinsam mit der Berliner Wirtschafts- und Technologieförderung Berlin Partner und dem Verband für Militärtechnologien, Drohnen und Robotik „MilTech Latvia“ organisiert.

Im Mittelpunkt standen konkrete Geschäftsmöglichkeiten – von Komponentenlieferungen und Systemintegration bis hin zu gemeinsamer Produktentwicklung, Technologietests und Produktion.

Die Delegation besuchte außerdem den Marienpark Berlin und das Unternehmen Andres Industries AG.

© Photothek I Delegationsbesuch im Marienpark, Resilience Technology Campus in Berlin

Lettische Technologien und Produktionskapazitäten

Die lettische Delegation brachte ein breites Spektrum an Technologien und Produktionskompetenzen nach Berlin – von Elektronik und Leiterplatten über Metallverarbeitung und gepanzerte Konstruktionen bis hin zu Verpackungen für militärische Munition, Materialien für großformatigen 3D-Druck, Militärfahrzeugen und unbemannten Bodenplattformen.

Die Unternehmen suchen in Deutschland Systemintegratoren, Auftraggeber und Produktionspartner und wollen sich an deutschen und europäischen Verteidigungsprojekten beteiligen.

Ein Beispiel ist Electrify mit der in Lettland entwickelten elektrischen unbemannten Bodenplattform Rocky6. Sie kann für den Transport von Gütern und Spezialausrüstung, Aufklärung und die Evakuierung Verwundeter eingesetzt werden. Zudem lassen sich Kommunikations- und Drohnenabwehrsysteme integrieren. Rocky6 kann bis zu 1.200 Kilogramm transportieren und erreicht eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern.

Olga Provotar, Mitgründerin von DK NEJET, erklärt: „Lettische Verteidigungstechnologieunternehmen bieten ihren deutschen Partnern eine starke Kombination aus Flexibilität, technischem Know-how und Lösungen, die auf reale operative Anforderungen zugeschnitten sind. Bei DK NEJET entwickeln wir softwarebasierte Verteidigungstechnologien – von Hochgeschwindigkeits-Abfangsystemen und GPS-unabhängiger Navigation bis hin zur Koordination von Drohnenschwärmen. Zusammen mit der industriellen Stärke Deutschlands schafft dies eine solide Grundlage für die schnelle Einführung praxisnah erprobter und kosteneffizienter europäischer Verteidigungslösungen.“

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Kategorie

Aktualitäten

Standort

Berlin, Deutschland

Datum

16.-17.09.2026