2026 bereits über 20 FinTech-Lizenzen erteilt

Seit Jahresbeginn hat die Latvijas Banka, die Zentralbank Lettlands, mehr als 20 Lizenzen an FinTech-Unternehmen erteilt. Dazu zählen Zahlungsinstitute, Crowdfunding-Plattformen, Wertpapierfirmen und Anbieter von Krypto-Dienstleistungen. Zahlreiche weitere Unternehmen befinden sich derzeit im Lizenzierungsverfahren oder nutzen die Möglichkeit einer Beratung vor der Antragstellung.

Für internationale FinTech-Unternehmen, die einen Standort innerhalb der Europäischen Union suchen, bietet Lettland einen klaren Weg in den europäischen Markt: mit einem zugänglichen Regulierer, einem effizienten Lizenzierungsverfahren und einer international anerkannten Aufsichtsstruktur.

„Wir wollen, dass Lettlands FinTech-Branche wächst und stärker wird. Deshalb setzt sich unser Verband aktiv dafür ein, dass Unternehmen, Regulierer und staatliche Institutionen an einem Strang ziehen und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Ein ausländisches Unternehmen, das entscheidet, wo es in den EU-Markt eintritt, spricht häufig zuerst mit den Auslandsvertretern der Investitions- und Wirtschaftsförderungsagentur Lettlands (LIAA). Wenn diese verlässlich vermitteln können, dass eine Lizenz in Lettland innerhalb weniger Monate erhältlich ist und der Regulierer für den Dialog offensteht, wird Lettland zu einer ernsthaften Option“, sagt Tīna Lūse, Leiterin der FinTech Latvia Association.
© Photothek. Berlin, 16.09.2026.

Eine Branche, die weltweit Umsätze erzielt und in Lettland Steuern zahlt

In Lettland sind 127 FinTech-Unternehmen tätig. Ende 2024 beschäftigten sie 3.644 Menschen - 9 % mehr als im Vorjahr. Der Gesamtumsatz der Branche in Lettland lag bei knapp 372 Millionen Euro, der Gewinn bei 97 Millionen Euro. Die Unternehmen zahlten mehr als 91 Millionen Euro an Steuern - 28 % mehr als 2023.

Lettland ist zugleich ein Standort, von dem aus FinTech-Unternehmen internationale Märkte erschließen. Sie erhalten hier ihre Lizenz und bauen ihre Teams auf, während sie Kunden in ganz Europa und darüber hinaus betreuen. Mehr als 800.000 Menschen aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland, investieren über in Lettland lizenzierte Investmentplattformen. Insgesamt wurden über diese Plattformen mehr als 13 Milliarden Euro investiert. Sie bedienen damit nahezu ein Viertel des europäischen Peer-to-Peer-Kreditmarktes.

Auch die größten FinTech-Gruppen mit Hauptsitz in Riga sind international aufgestellt. Die größte ist in 17 Ländern auf drei Kontinenten tätig. Der gemeinsame Umsatz der beiden größten Gruppen überstieg 2025 eine halbe Milliarde Euro – mehr als der Umsatz der gesamten Branche innerhalb Lettlands. Werden auch die Aktivitäten im Ausland berücksichtigt, könnte der Gesamtumsatz des Sektors daher bis zu doppelt so hoch ausfallen.

Lettlands Vorteile gegenüber anderen EU-Standorten

  • Ein zugänglicher Regulierer. Die Latvijas Banka bietet ein Innovation Hub, eine regulatorische Sandbox und kostenlose Beratung vor der Lizenzierung. Bei sorgfältig vorbereiteten Unterlagen kann eine Lizenz innerhalb von zwei bis drei Monaten nach Einreichung des vollständigen Antrags erteilt werden.
  • Ein verlässlicher Rechts- und Aufsichtsstandort. Lettland war das erste Land, das MONEYVAL im Rahmen der sechsten Evaluierungsrunde nach der neuen Methodik bewertete. Bei 10 von 11 Wirksamkeitsindikatoren erhielt das Land eine hohe oder wesentliche Bewertung.
  • Lokale Fachkräfte und technologische Kompetenz. Mehr als 90 der lettischen FinTech-Unternehmen sind lettischen Ursprungs. Die Branche baut auf lokalem Know-how in den Bereichen Finanzen und Technologie auf.

Schnelle Lizenzierung und verlässliche Rahmenbedingungen

Die Anforderungen an Finanzdienstleister sind EU-weit einheitlich. Lettland setzt darauf, den Weg zur Lizenz transparent und effizient zu gestalten und Unternehmen frühzeitig Orientierung zu geben.

„Die Anforderungen sind in der gesamten Europäischen Union einheitlich. Die Latvijas Banka sorgt jedoch dafür, dass das Lizenzierungsverfahren verständlich und zügig abläuft und Unternehmen die notwendige Beratung erhalten. Bereits in den Gesprächen vor der Lizenzierung erfahren Unternehmen genau, was wir von ihnen erwarten. Deshalb können wir gut vorbereitete Anträge innerhalb weniger Monate prüfen. Mit einer Lizenz der Latvijas Banka kann ein Unternehmen in der gesamten Europäischen Union tätig sein. Zusätzlich gewinnt die Lizenz an Wert durch Lettlands international hoch bewertetes System zur Bekämpfung der Geldwäsche“, sagt Santa Purgaile, stellvertretende Präsidentin der Latvijas Banka.

Ambitionierte Wachstumsziele bis 2027

Die lettische FinTech-Entwicklungsstrategie für 2025–2027 sieht vor, die Zahl der FinTech-Unternehmen bis Ende 2027 um 30 % zu steigern, 15 % mehr Investitionen anzuziehen und die Beschäftigung im Sektor um 18 % zu erhöhen. Die wachsende Zahl erteilter Lizenzen, die internationale Ausrichtung der Unternehmen und die vorhandene Fachkompetenz bilden eine Grundlage, um Lettlands Position als wettbewerbsfähigen FinTech-Standort in Europa weiter auszubauen.

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